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Dienstag, 13. März 2007Reisebericht Leipzig 2007
Geburtstag feiern kam für mich dieses Jahr nicht in Frage, deshalb hab ich mir von René ein Wochenende in Leipzig gewünscht.
Über Berge & Meer haben wir uns für 3 Tage im 4* Hotel Lindner eingebucht. Das Hotel ist vordergründig ein Tagungshotel, daher wird es am Wochenende sehr günstig angeboten. Die Innenstadt ist direkt per Straßenbahn in ca. 10 Minuten zu erreichen. Freitag
Unsere Erkundungstour begann Freitag nachmittag am Hauptbahnhof. Der Leipziger Hauptbahnhof ist der flächenmäßig größte Kopfbahnhof Europas. Ich hatte noch nie zuvor einen Kopfbahnhof gesehen, daher war es für mich besonders spannend. Gegenüber des Bahnhofs beginnt die Leipziger Altstadt. In einem gemütlichen Café haben wir bei einem Cappuccino und mit Hilfe eines Stadtplans überlegt was wir uns in Leipzig alles anschauen wollen. Da lag zunächst die Nikolaikirche auf unserem Weg... ...dann das Goethe-Denkmal... ...die Thomaskirche... ...das neue Rathaus... ...das alte Rathaus... ...und eine Filiale der Commerzbank, die von außen nicht wirklich wie eine Bank aussieht. Bei unserem Bummel durch die Altstadt sind uns außerdem noch diese schönen Häuser aufgefallen... Nach diesen Stationen war uns klar, dass uns Leipzig sehr gut gefällt und wir die Stadt für einen Besuch gerne weiterempfehlen werden. Abends erwartete uns ein 3-Gänge-Menü im Hotelrestaurant "Am Wasserschloss". Nach diesem ersten schönen Tag in Leipzig fielen wir zufrieden und sehr müde ziemlich früh ins Bett. Samstag Ein wunderschöner Frühlingstag wartete auf uns... Da die Straßenbahn einfach nicht kommen wollte und mittlerweile der ganze Bürgersteig voller Menschen stand, beschlossen wir das Auto zu nehmen. Das stellte sich im Nachhinein als eine gute Entscheidung heraus, weil wir sonst diese schöne Michaeliskirche nicht entdeckt hätten. Außerdem waren wir vormittags noch beim Sportforum... ...und beim Bundesverwaltungsgericht (was für ein Gebäude, oder???). Mein Vater hatte uns geraten auf jeden Fall das Völkerschlachtdenkmal zu besuchen. Er sagte nur, dass er 1974 mal dort war und es sehr beeindruckend fand. Wir beide hatten noch nie etwas von diesem Denkmal gehört, daher hatten wir auch keine Vorstellung was uns erwartet. Um so sprachloser waren wir, als wir auf dem Parkplatz vor dem Denkmal ankamen... Plötzlich standen wir vor einem 91 m hohen, zu fast 90% aus Beton bestehendem, Bauwerk. Am 18. Oktober 1913 wurde das Völkerschlachtdenkmal als größter Denkmalsbau Europas eingeweiht. Einhundert Jahre zuvor wurde bei Leipzig Weltgeschichte geschrieben. Die verbündeten Armeen Russlands, Preußens, Österreichs und Schwedens standen hier Napoleons Streitmacht gegenüber. Vom 16. bis zum 19. Oktober 1813 rangen eine halbe Million Soldaten um das künftige politische Schicksal Europas. Tagelang tobten erbitterte Schlachten und Gefechte um die Dörfer vor den Mauern der Stadt. Schließlich musste Napoleon der Übermacht seiner Gegner weichen. Der Eintritt für das Denkmal beträgt 5 €, es lohnt sich auf jeden Fall reinzugehen. Nach 136 Stufen erreicht man die Krypta des Bauwerks (man kann auch Fahrstuhl fahren). 16 Krieger halten hier, die Köpfe in Trauer gesenkt, die Totenwache. Acht nahezu sechs Meter hohe Totenmasken versinnbildlichen das Sterben. Im mittleren Teil, der so genannten Ruhmeshalle, sollen vier Riesenfiguren allegorisch die Eigenschaften des deutschen Volkes während der Befreiungskriege veranschaulichen. Kolossalfigur der Tapferkeit: Kolossalfigur der Glaubensstärke: Kolossalfigur der Volkskraft: Kolossalfigur der Opferfreudigkeit: Die Kolosse sind jeweils 9,5 Meter hoch und je 400 Tonnen schwer. Um die Größe der Figuren zu veranschaulichen hier noch mal nur ein Fuß... 68 Meter höher bildet die Kuppelhalle den oberen Abschluss des Innenraums. Leider wurde an der Kuppel gerade gebaut, so dass wir Euch davon kein Foto zeigen können. Von der Krypta aus führen 364 Stufen einer Wendeltreppe auf die obere Aussichtsplattform des Denkmals in 91 Metern Höhe. Es gibt eine Treppe nach oben und eine andere, die nach unten führt. Der Gang ist ziemlich eng, so dass man entgegenkommende Personen gar nicht durchlassen könnte. Das letzte Stück zur Aussichtsplattform ist per Ampel geregelt, weil es dort nur eine Treppe gibt. Von oben hat man eine sehr schöne Aussicht auf die Stadt. Gleich neben dem Denkmal, von oben sehr gut zu sehen, ist eine Art Kloster. Was es genau ist, wissen wir bis heute nicht. Wir wollten erst noch hingehen, haben es dann aber irgendwie vergessen. Das lag wahrscheinlich daran, dass wir echt kaputt waren nach dem Auf- und Abstieg. Zum Abschluss dieses zweiten schönen Tages in Leipzig hatten wir für uns einen Tisch im Auerbachs Keller reserviert. Der Auerbachs Keller besteht seit 1525. Im Jahre 1765 begann Johann Wolfgang Goethe sein Studium in Leipzig und seine Besuche im Auerbachs Keller inspirierten ihn zur Dichtung seiner Faust-Geschichte. Es war richtig gemütlich dort und das Essen war sehr lecker... Sonntag Bei einem schönen und ausgiebigen Frühstück haben wir beschlossen auf der Rückfahrt noch einen Stop in der Lutherstadt Wittenberg einzulegen. Auf den Spuren von Martin Luther unterwegs... Wittenberg ist ein ziemlich langgezogener Ort, kurzzeitig haben wir uns sogar gefragt ob wir dort überhaupt richtig sind. Aber dann, kurz vorm Ortsende, sahen wir die im Jahre 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Schlosskirche. 1517 schlug Martin Luther der Überlieferung nach seine 95 Thesen an der Tür des Hauptportals an. 1524 führte man hier den evangelischen Gottesdienst ein. Während des Siebenjährigen Krieges brannte 1760 die Kirche durch Kanonenbeschuss aus, die Thesentür und die Innenausstattung gingen verloren. Die Kirche wurde in schlichter Form 1770 wieder hergestellt. 1858 erhielt sie eine von König Friedrich Wilhelm IV. gestiftete neue Thesentür aus Bronze. Von 1885 bis 1892 wurde die Schlosskirche im neugotischen Stil zu einer Gedächtniskirche der Reformation umgestaltet. Nachdem wir uns die Kirche auch von innen angeschaut hatten, gingen wir Richtung Marktplatz. Auf dem Platz mit der dahinterstehenden Stadtkirche befindet sich ein Denkmal für Martin Luther. Die Stadt- und Pfarrkirche St. Marien ist als Predigtkirche Martin Luthers der Ausgangsort der lutherischen Reformation. Am 25. Dezember 1521 wurde hier der erste evangelische Gottesdienst in deutscher Sprache gefeiert, von hier aus sind die ersten lutherischen Pfarrer entsandt und dazu ordiniert worden. Zum Abschluss unserer Tour nach Wittenberg besuchten wir noch das Lutherhaus. Das heutige Lutherhaus war ursprünglich ein Klosterbau, erbaut in den Jahren 1504 bis 1507. Das Kloster gehörte zum Orden der Augustinereremiten. 1508 kam Martin Luther als Mönch in das Kloster, welches 1522 im Zuge der Reformation aufgelöst wurde. 1532 ging der Renaissancebau in den Besitz Luthers über, als Geschenk des Kurfürsten Johann des Beständigen. Hier lebte er viele Jahre mit seiner Frau Katharina von Bora und seinen Kindern. 1883 wurde in diesem Haus ein reformationsgeschichtliches Museum eingerichtet, welches das weltweit bedeutendste seiner Art ist und einmalige Zeugnisse der Reformation birgt. Alles in allem können wir Leipzig unbedingt für einen Besuch empfehlen. Auch der Ausflug nach Wittenberg war wirklich sehr interessant. Trackbacks
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Kommentare
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Hallo Ihr beiden Weltenbummler, ein toller Bericht über eine schöne Stadt.
So langsam entwickelt Ihr Euch zu Städte und Denkmalspezialisten. Weiter so, bis zum nächsten Bericht! Gruß M & M Leipzig ist eine großartige Stadt und natürlich sind die Denkmäler und vielen historischen Gebäude sehenswert. Aber mir gefällt die Stadt vor allem auch wegen der guten Shoppingmöglichkeiten
Was Du vom Denkmal gesehen hast (in Leipzig nur Denkmal, da weiß jeder was gemeint ist) ist die Friedhofskappellenanlage vom Südfriedhof.
Zweitgrößter Friedhof Deutschlands. Es ist einem Italienischen Kloster nachempfunden, und wurde 1908 - 9 errichtet. Übrigens auf historischem Gelände der Völkerschlacht. In dem Park rechts vom Parkplatz, ist der Napoleonstein. Von hier lenkte Napoleon seine Truppen 1813. Kommentar schreiben
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